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Bandname:
Mad Monks

Mitglieder (Instrumentenzuordnung):
Daniel (Vox/Gitarre),
Sven (Schlagwerk),
Dennis (Bass),
Lasse (Trompete/Vox)


Durchschnittsalter: 26

Gründungsjahr: 2004

Ort/Herkunft: Bremen


Internetadresse: www.madmonks.de

CD's (Jahr): 20
2004 "We Kick Ass For The Lord" MiniCD/10" (im roten Vinyl/limited to 666)


Datum des Interviews: 30.03.2004


Die "direkten" Fragen ;-):


Miansha/DerDUDE:
Hallo! Mal ein paar Fragen direkt zu euch, wenn ich darf?:
Wie würdet ihr eure Musikrichtung als Ska-Band näher charakterisieren?

Mad Monks:
Wir pendeln zwischen den Begriffen Ska-Punk und Skacore. Da wir aber für verschiedenste Einflüsse (Folk, Metal, Reggae, Mestizo, Rock'n'Roll uvm.) offen sind, ähnelt kaum ein Song dem nächsten, ohne, dass der rote Faden verloren geht...


Miansha/DerDUDE:
Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
Mad Monks:
Bekloppt sind wir alle und Mönche sind wir ja auch irgendwie alle: Gefangene der gesellschaftlichen Moralvorstellungen. Daniel und ich (Lasse) waren beide Zwangsmeßdiener bis wir 15/16 Jahre alt waren. Das prägt natürlich. Mit Kirche ham wir alle nix mehr am Hut und missionieren geht gar nicht... Aber wir wären nicht die bekloppten Mönche, wenn wir nicht trotzdem die Mission verfolgen würden, dass wir die Tanzflächen dieser Erde in Bewegung setzen wollen. Ein bisschen Inkonsequenz gehört immer dazu.

Miansha/DerDUDE:
Welchen Song sollte man sich anhören, um eure Musik am besten kennenzulernen?
Mad Monks:
Das ist bei uns schon ein Problem (siehe vorletzte Frage). Live hat sich "Mechiko" als Hit harauskristallisiert, aber der ist nicht repräsentativ. Ich denke, wenn anfang nächsten Jahres unser erster Longplayer erhältlich ist, wird der Querschnitt der Platte dazu dienen uns am besten kennenzulernen.


Miansha/DerDUDE:
Welche Ska-Band / Ska-Persönlichkeit hat euch am meisten beeinflußt?

Mad Monks:
Wenn wir da ganz ehrlich sind, sind das die Mad Caddies gewesen, die es unglaublich verstehen Stile zu vermischen und dabei völlig zu überzeugen. Live sind die ne Bank. Dass unser Bandname sogar indirekt auf sie anspielt ist allerdings nicht wirklich beabsichtigt gewesen. Als Satanic Monks wird man mit ner Metalband verwechselt, Perverted Monks gabs schon und das Mad vor dem Monks passt einfach vom Klang und von der Bedeutung viel zu gut. Naja und wer will darf es auch al Hommage an die Caddies verstehen, auch wenn es nicht so gedacht war.

Miansha/DerDUDE:
Welches ist euer Lieblingssong/ -CD?

Mad Monks:
Bei den Mad Caddies ist die Band gespalten: Einige bevorzugen die "Duck and Cover" andere die "Just One More". "All Outta Angst" von NoFX ist n Hammer den wir alle lieben und deshalb auch ins Live-Set aufgenommen haben.


Miansha/DerDUDE:
Welche Musikrichtung, neben dem SKA, hat euch am meisten geprägt?

Mad Monks:
Dennis und ich wurden auf ´jeden Fall am meisten vom Metal geprägt. Daniel definitiv vom Punkrock und der Sven hat sich viel Einflüsse aus Jazz, Funk und Soul reingetan.

Miansha/DerDUDE:
Welche Botschaft möchtet ihr mit eurer Musik vermitteln?

Mad Monks:
Die Botschaft, dass man Spass am Leben haben sollte und sich auch mal richtig gehen lassen muß um das Leben leicht nehmen zu können. Aber auch die, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass jede/r anfangen sollte, SEIN/IHR Leben zu leben.

Miansha/DerDUDE:
Hat SKA für euch auch eine politische Bedeutung? Wenn ja, welche?

Mad Monks:
Erstmal sind wir nach aussen hin keine politische Band. Und wie schon beschrieben kommen wir ja auch alle ursprünglich nicht ausm Ska. Ska ist für uns erstmal Off-Beat ;-) und alles drumrum setzt sich dann zu den Mad Monks zusammen. Wir spielen auf "gegen Rechts" Veranstaltungen, haben unsere u.a. politischen Meinungen, die wir auch äußern, aber nicht auf Gedeih und Verderben in die Menge schmeissen müssen. Hut ab vor politischen Bands wie z.B. No Respect, aber wir gehen nen anderen Weg.


Die Fragen zu den Konzerten:


Miansha/DerDUDE:
Was waren eure besten und schlimmsten Konzertorte?

Mad Monks:
Die Buchte in Bremen ist unser Wohnzimmer, da ham wir dreimal gespielt und die Stimmung ist immer speziell. Ansonsten waren der Knaller das Caddilac in Oldenburg und der Auricher Schlachthof. Das ist wohl das geilste Gefühl der Welt (neben Sex) wenn der ganze Raum am Durchdrehen ist. So schlimme Orte haben wir eigentlich noch nicht erlebt. Ätzend ists natürlich, wenn man bei der Belegschaft des Ladens merkt, dass es nur ums Geld geht. Man wir nicht mal mit dem Arsch nett angekuckt und fühlt sich teilweise dementsprechend deplatziert. Dann spielt man, die Leute finden das ganz gut was man macht und sind nach dem Konzert plötzlich nett, wünschen eine gute Heimreise und sagen "Bis zum nächsten mal". Sowas kann ich gar nicht ab.

Miansha/DerDUDE:
Wie würdet ihr euer Publikum charakterisieren?

Mad Monks:
Sehr gemischt. Viele Schüler und Studenten. Junge Leute, die Bock haben sich gehen zu lassen. Aber wir hören auch oft den Satz: "Ska ist eigentlich voll nicht mein Ding, aber euch fand ich total geil." Das tut natürlich extrem gut sowas gesagt zu kriegen. Von 15-40 ist alles dabei.

Miansha/DerDUDE:
Was spielt ihr als Zugabe (welchen Song)?

Mad Monks:
Zumeist unseren Song "White Chocolate" bei dem es um das tragische Schicksal eines Fetischisten geht. Der beinhaltet in einem Song einen Haufen unserer Einflüsse, führt durch verschiedene Stimmungen, geht ab und ist dadurch verdammt gut dazu geeignet, sich gebührend zu verabschieden.

Miansha/DerDUDE:
Gibt es ein verrücktes Erlebnis auf einer Tour, welches erzählenswert ist?
Mad Monks:
Dank unserer kurzen Bandhistory gibt's noch nicht allzuviele Geschichten: Unvergessen wird aber unser zweiter Auftritt überhaupt in Aurich bleiben. Nachmittags schiesst Werder die Bayern mit 3:1 weg und ist somit Meister und man spielt Abends im Schlachthof. Dazu muss man sagen, dass Ostfriesland ne digge Werder-Hochburg ist. War das ein Fest.

Miansha/DerDUDE:
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten zusammen auftreten?

Mad Monks:
Ohne mich jetzt wiederholen zu wollen ein Mad Evening zusammen mit den Caddies wäre schon fett. Ansonsten wäre ein Support für Rise Agaisnst auch der Hammer. Da stehen wir auch voll drauf. Und unsere Jugendliebe "Die Ärzte" darf auch ruhig anrufen und uns auf ne Tour einladen... Naja, schade auch, dass es Operation Ivy nicht mehr gibt...

Miansha/DerDUDE:
Was mich schon immer beschäftigt, ist die Frage, wie ihr mit Nazi-Skins auf Konzerten umgeht?

Mad Monks:
Da ham wir gottseidank noch keine Erfahrungen mit gesammelt. Wir sind alle keine Haudrauftypen, würden aber im Fall der Fälle auch ein Konzert abbrechen oder unterbrechen, wenn uns Teile des Publikums gegen den Strich gehen. Wir haben keinen Bock drauf wenn Nazis usnere Konzerte als Propagandastätten mißbrauchen. Wenn sich allerdings sonne kleine orientierungslose Dumpfbacke auf unser Konzert verirrt, dort nette Leute kennenlernt, in andere Kreise kommt und dadurch seine Ansichten nochmal überdenkt, ist das ein durchaus wünschenswertes Ereignis.


Fragen zur Ska-Geschichte:


Miansha/DerDUDE:
Vielleicht noch ein wenig zum Thema Ska-Geschichte?: Es wird häufig von 1-3 Ska-Welle gesprochen. Inwieweit könnt ihr euch damit identifizieren? Was kommt nach der 3. Ska-Welle? Wie seht ihr die Zukunft des SKA?

Mad Monks:
Ja, da sin ma wohl Teil der dritten Welle. Ska war, ist und wird wohl immer eine Musikrichtung sein, die die Menschen in Bewegung setzt. Erstmal auf der Tanzfläche und dann natürlich auch auf inhaltlicher Ebene: Denn wo Leute begeistert werden, finden sie neue Wege der Identifikation und Vernetzung und das sind Grundvoraussetzungen um etwas zu schaffen und bewegen in dieser Welt. Das ändert aber nichts daran, dass der Großteil der Skabands wohl eher Livemusik ist, was die kleinen Tonträgerabsätze ja auch wiederspiegeln.
Ohne jetzt abgehoben wirken zu wollen: Viele Skabands finde ich auch nach 5-6 Songs eher langweilig, obwohl sie das was sie machen perfekt beherrschen. Ich will einfach nicht 15-20 mal den gleichen Song hören. Die Zukunft kann meiner Ansicht nach nur Abwechslungreichtum bedeuten, Spannungsbögen erzeugen und unterhalten. Und zusätzlich Inhalte transportieren.

Miansha/DerDUDE:
Wie kommt es, eurer Meinung nach, dass sich die meisten jungen Bands entweder in Richtung traditional Ska oder Ska-Punk entwickeln?

Mad Monks:
Kein Plan. Da kann ich nur von uns sprechen. Unser ziel war es nie Ska, oder Ska-Punk zu spielen. Das ist nur das, was dabei herauskommt, wenn wir vier uns im Raum treffen und Songs schreiben. Klar haben wir auch unsere Grenzen vor Augen und den Plan davon, was wir machen wollen. Aber irgendwie kommt dann immer doch alles anders. Im Moment gibt es bestimmt 7 oder 8 konkrete Ansätze für verschiedenste Songs. Davon werden bestimmt früher oder später auch alle umgesetzt aber die nächsten Songs die entstehen werden existieren heute noch nicht mal im Ansatz.

Miansha/DerDUDE:
Warum hat es der Ska so schwer, sich zu etablieren? Ist Ska zum ewigen Schlummerdasein verdammt?

Mad Monks:
Ich sehe Ska und seine verschiedenen Spielarten als völlig etabliert an. Ska-Konzerte laufen in Jugendzentren mit am besten und machen die Hütten voll. Es gibt übrall auf der Welt Ska-Szenen: Deuschalnd, Frankreich, Japan, Mexiko... Wenn das nicht etabliert ist. Ich weiß nicht ob man immer erwarten sollte, dass sich eine Richtung auch immer auf den Major Labels dieser Erde etablieren muss. Ansonsten gibts ja einige digge Fische: Busters, Bosstones, Reel Big Fish, Panteon Rocococ.


Schließlich was Allgemeines:

Miansha/DerDUDE:
Letztlich noch ein paar allgemeine Fragen: Welche Band / Ska-CD würdet ihr den Surfern/Ska-People besonders ans Herz legen wollen? (Mal abgesehen von euren eigenen ;-)

Mad Monks:
Und nocheinmal: Die zweite und die vierte von den Mad Caddies. Dann auf jeden Fall die Alben der genialen King Prawn (R.I.P.) und Panteon Rococo sind natürlich der Knüller.

Miansha/DerDUDE:
Wen würdet ihr als den "Godfather of Ska" bezeichnen?

Mad Monks:
Da kriegt man ja e einen auf den Deckel, wenn man nicht L.A. schreibt ;-)

Miansha/DerDUDE:
Welche SKA-Page würdet ihr den Surfern im Netz besonders empfehlen? Welche Favoriten habt ihr?

Mad Monks:
Natürlich den Dude und allska.de. Ansonsten gibt es auf www.voiceofaculture.de ne fette Linkliste.


Miansha/DerDUDE:
Was steht an nächsten Projekten/ Konzerten an? Wird es eine neue CD geben? Wann kommt sie raus und was wird auf uns zukommen?

Mad Monks:
Dieses Jahr erstmal aus Bremen und Nordeutschland rauskommen. Veranstalter oder Kontaktpersonen meldet euch !!! Auch Zinemacher, die unsere CD noch nicht gekriegt haben!!! Viel spielen, spielen, spielen und neue Songs schreiben, damit wir Anfang nächsten Jahres ein Album aufnehmen können und dann 13-14 Songs aus ca. 25 fertigen auswählen können. Das wäre fett und wird so kommen. Und das wird abwechslungsreich, tanzbar, mal traurig, mal fröhlich, mal wütend und mal anders... Merken und antesten!

Miansha/DerDUDE:
Wir verstummen: Sagt doch was ihr wollt ;-) Kommentare, Anmerkungen von euch!!!...
Mad Monks:
Wenn die bekloppten Mönche in der Stadt sind, kommt uns besuchen!!! Wenn sie nicht in eure Stadt kommen, nehmt's selbst in die Hand, Kontak´t aufnehmen, Veranstalter vollabern und dann hoffentlich demnächst zusammen mit uns in eurer Stadt feiern... Bis denne wir freun uns drauf. Diggen Gruß vom Trompetenmönch im Auftrag der gesammten Abtei


Miansha/DerDUDE:
Wir danken euch für dieses ausführliche und informative Interview!


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