dude-logo.gifline2.gif

Bandname:
MARVIN FINK


Mitglieder (Instrumentenzuordnung):

Ansgar "An-Ska" Böhme, Gesang,

Berend Brüdgam, Saxophon,
Andreas Thoms, Trompete,
Julia Rüffert, Posaune,
Carsten Grahn, Gitarre,
Rafael de Leon, Barcuse, Bass,
Ingo Müller, Schlagzeug


Gründungsjahr: 2001

Durchschnittsalter: 30

Ort/Herkunft: Hamburg


Internetadressen:
www.marvinfink.com
www.myspace.com/marvinfink

CDs:
Bodega Bay (2007)

Datum des Interviews: Mai 2008


Die "direkten" Fragen ;-):

DerDUDE:
Hallo! Mal ein paar Fragen direkt zu euch, wenn ich darf?:
Wie würdet ihr eure Musikrichtung als Ska-Band näher charakterisieren?

Marvin Fink:
Ingo: Ein Mischung aus Ska, Rock und Pop, die problemlos zwischen den klassischen 60's-Sachen und den modernen Ska-Stücken hin- und herpendelt.

DerDUDE:
Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
Marvin Fink:
Ingo: Als wir uns im Oktober 2001 gegründet haben, hatten wir noch eine andere Besetzung. Bis auf eine Ausnahme haben alle Bandmitglieder in Werbeagenturen gearbeitet. Anlass für die Gründung war im Übrigen auch ein Band-Wettbewerb unter Werbeagentur-Bands. CHICKERIA hieß der. Vielleicht findet sich da im Netz sogar noch was? CHICKERIA war eigentlich eher so eine Art musikalischer Karneval. Typisch für Werber kam es darauf an, besonders kreativ zu sein. Die Musik war oft weniger wichtig. Wir haben uns damals gesagt: Scheiß auf diese ganzen Verkleidungen. Lass uns was ehrliches, erdiges machen. Und da wir ein paar Bläser unter unseren Kollegen hatten, sind wir auf Ska gekommen. Tja, wir sind dann auch prompt letzter geworden. In der hippen Agenturszene ist Ska wohl nicht so beliebt. Umso besser.

An-Ska: Ingo, ging's in der Frage nicht um unseren Bandnamen?

Ingo: Äh, richtig. Eine Kollegin von uns hieß MAREN FICK. Und da wir auf jeden Fall keinen Namen mit einem SKA-Wortspiel wollten, dachten wir: Lass uns doch MAREN FICK nennen. Und gleich im nächsten Moment: Nee, das können wir nicht machen. Die Arme ist wahrscheinlich geschlagen genug mit ihrem Namen. Also nannten wir uns MARVIN FINK.

Lustig ist, dass 2002 auf der Weihnachtsfeier unserer damaligen Agentur spielten. Und unser Chef stellte uns auch die Frage, wie wir auf den Namen gekommen wären. Wir erzählten ihm die Geschichte - mit der Bitte, dass nicht zu erwähnen, wenn er uns ankündigt. Er hat es natürlich gemacht! MAREN FICK stand in der ersten Reihe - und war mächtig stolz darauf, dass sich eine Band nach ihr benannt hatte.

DerDUDE:
Welchen Song sollte man sich anhören, um eure Musik am besten kennenzulernen?
Marvin Fink:
Ingo: YESTERDAY'S DRINK könnte Euch auf den MARVIN FINK-Geschmack bringen, denke ich.

An-Ska: Als zweiten Gang würde ich Rear Muzzle empfehlen.

DerDUDE:
Hat euch eine Ska-Band /Ska-Persönlichkeit am meisten beeinflußt?

Marvin Fink:
Ingo: Mich persönlich eher die moderneren Sachen wie REEL BIG FISH, MAD CADDIES, THE AQUABATS und auch so jazzige Geschichten wie TOKYO SKA PARADISE ORCHESTRA (die habe ich ein paar Mal live gesehen - unfassbar, wie die Gas geben)

An-Ska: Ich bin über die etwas älteren Sachen zum Ska gekommen. Specials, Skatalites und klar, Madness war auch dabei, obwohl die ja ziemlich poppig waren. Bob Marley nicht zu vergessen.

DerDUDE:
Welches ist euer Lieblingssong/ -CD?

Marvin Fink:
Ingo: WATERSLIDES von den AQUABATS (CHARGE!) und DOWN IN FLAMES von REEL BIG FISH (WHY DO THEY ROCK SO HARD?)

An-Ska: Hm, ist immer schwer zu sagen. Aber einer meiner All-time-Favorites ist "The Healing Game" von Van Morrison. Ein Klassiker, wenn auch kein Ska.

DerDUDE:
Welche Musikrichtung, neben dem SKA, hat euch am meisten geprägt?

Marvin Fink:
An-Ska: Viel Motown, Soul, klassische Songwriter, eigentlich alles mit einer guten Melodie.

Ingo: So ziemlich alles von Country, Filmmusik, Metal bis hin zu Elektro-Zeugs. Das ist ja das tolle an Musik: Es gibt sooo viel. Such Dir einfach nur aus, was Deiner Stimmung gerecht wird - egal welche Richtung.

DerDUDE:
Gibt es eine Botschaft, die ihr mit eurer Musik vermitteln wollt?

Marvin Fink:
Ingo: Habt Spaß und nehmt die Dinge nicht so ernst.

DerDUDE:
Hat SKA für euch auch eine politische Bedeutung?

Marvin Fink:
Ingo: Eher weniger. Wenn wir etwas kritisieren, dann vielleicht Fanatismus - egal von welcher Seite.


Die Fragen zu den Konzerten:

DerDUDE:
Ein paar Fragen zu euren Konzerten: Was waren eure besten und schlimmsten Konzertorte?
Marvin Fink:
Ingo: Gute Konzerte, also Gigs, die richtig Spaß gemacht haben, gab es viele. Vor allem auf der Jolly Roger Bühne auf dem Hamburger Hafengeburtstag haben wir immer viel Spaß. Ich kann nur jedem empfehlen, da hin zu gehen, wenn Hafengeburtstag ist. Da gibt es jedes Jahr für lau ein super Programm. Und Ihr könnt es unterstützen, indem Ihr eifrig Bierchen am Jolly Roger Stand trinkt.

An-Ska: Schlimme Konzerte gab es natürlich auch. Ich erinnere mich noch lebhaft an ein Konzert in Lüneburg in einem alternativen Jugendclub. Organisatorisch waren die Kids da ein wenig überfordert. Man kann eben nicht alles um 18.30 Uhr ausdiskutieren, wenn um 19.00 Uhr die Pforten geöffnet werden. Der Abend gipfelte jedenfalls darin, dass ein Toilettenrohr brach und draußen vor dem Eingang sich eine zweite Lüneburger Kläranlage bildete, um es mal so auszudrücken.

DerDUDE:
Auf SKA-Konzerten findet man ja wirklich die unterschiedlichsten Typen. Wie würdet ihr euer Publikum charakterisieren?
Marvin Fink:
Ingo: Alles liebenswürdige, nette Menschen, die urplötzlich für 60 bis 90 Minuten zu Berserkern werden.

An-Ska: Welches Publikum?

DerDUDE:
Was spielt ihr als Zugabe (welchen Song)?
Marvin Fink:
Ingo: Das variiert. Zuletzt war es immer mal New New York York in der Version von Skanatra.

DerDUDE:
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten zusammen auftreten?
Marvin Fink:
Ingo: Mit THE AQUABATS

An-Ska: Mit den VALKYRIANS aus Helsinki.

DerDUDE:
Was mich schon immer beschäftigt, ist die Frage, wie ihr mit Nazi-Skins auf Konzerten umgeht?
Marvin Fink:
Ingo: Schwieriges, weil komplexes Thema. Natürlich sind wir alle weit entfernt von nationalsozialistischen Überzeugungen. Aber das bloße Aufsagen von Parolen wie "Gegen Nazis" bringt's halt auch nicht. Falls jemand mal im Publikum sein sollte, der meint, rechte Sprüche bringen zu müssen, wird er eher mit einem lustigen Konter der Lächerlichkeit preisgegeben. Das wirkt eigentlich ganz gut. Im Übrigen muss man ja sagen, dass es, was das braune Publikum angeht, in den letzten Jahren eine Bewegung weg vom Ska gegeben hat. Die hängen viel eher auf diesen von rechten Organisationen veranstalteten Konzerten rum. Was im Grunde viel gefährlicher ist, da sie noch weniger zu kontrollieren sind.

An-Ska: Ehrlich gesagt hatten wir noch nie große Probleme mit rechten Skins. Bei unseren Konzerten wollen alle nur ihren Spaß haben.


Fragen zur Ska-Geschichte:

DerDUDE:
Vielleicht noch ein wenig zum Thema Ska-Geschichte?: Es wird häufig von 1-3 Ska-Welle gesprochen. Inwieweit könnt ihr euch damit identifizieren? Wie sieht die Zukunft des SKA aus?

Marvin Fink:
Ingo: Ich finde die Einteilung recht brauchbar. Mit so einer Underground- bzw. Szene-Musik wie Ska ist es ja nun mal so, dass sie tatsächlich in Wellen immer mal wieder an die Oberfläche - sprich: teilweise auch in die Charts - schwappt. Ich weiß noch, wie vor zwei oder drei Jahren plötzlich die Jungs von ATHENA beim Eurovision Song Contest auf der Bühne standen. Hätte ich nie im Leben für möglich gehalten.

Aktuell läuft glaube ich gerade die 3 ½ Welle. Nämlich Ska als Hintergrund-Mucke für Comedy-Sendungen. War schon auffällig, auf wieviele Trailer in den letzten zwei Jahren Bläsersätze und Offbeats draufgelegt wurden.

Die Zukunft des Ska? Eventuell geht's die nächsten Jahre verstärkt in die Richtung Latin- und Balkan-Ska.

DerDUDE:
Wie kommt es, eurer Meinung nach, dass sich die meisten jungen Bands entweder in Richtung traditional Ska oder Ska-Punk entwickeln?

Marvin Fink:
Ingo: Was den Ska-Punk angeht, kann ich es mir vorstellen. Das ist halt eine gute Mischung aus Party, Auf-die-Fresse-Brett und der Möglichkeit, ein paar hymnische Bläsersätze rauszupusten.

An-Ska: Beim traditional Ska gibt es ja genug große Vorbilder, denen man nacheifern kann. Allerdings ist die Ska-Szene in den letzten Jahren ungeheuer vielfältig geworden, was die Stile betrifft. Da gibt's eine Menge junger Bands, die sehr eigenständig klingen.

DerDUDE:
Warum hat es der Ska so schwer, sich zu etablieren? Ist Ska zum ewigen Schlummerdasein verdammt?

Marvin Fink:
Ingo: Ich glaube, dass der Ska es vor allem in Deutschland schwer hat. Das liegt daran, dass die musischen Fähigkeiten bei Kindern einfach nicht genügend gefördert werden. Wer hat denn in seiner Kindheit ganz selbstverständlich ein Instrument gelernt (außer Blockflöte)? Dass das nicht so viele sind, merkt man beim Ska spätestens dann, wenn man einen neuen Bläser sucht. Wenn man das mal mit den USA vergleicht: Da gibt es an den Schulen die Marching Bands, mit jeder Menge Bläsern, spitzen Trommlern. Naja, so langsam kommt es wieder in Mode Kindern die Möglichkeit zu geben, ein Instrument zu lernen. Und leider muss man sagen, dass es eine Mode ist, weil es häufig Besserverdienende Eltern sind, die ihrem Kind das ermöglichen.

Was das Radio betrifft: Es gibt halt in Deutschland zuviel marktforschungsorientiertes Format-Radio. Da hat natürlich so eine Underground-Musik wie Ska nie eine Chance. Es gibt natürlich Ausnahmen. Radio Hamburg hat auf seiner Cityfrequenz eine klasse Sendung namens "Hamburger Nacht". Der Moderator Didi Menkens spielt extrem viel Zeug von Hamburger Nachwuchsbands. Wir hatten das Glück, dass er unsere Songs auch recht häufig gespielt hat. Die "Hamburger Nacht" ist wirklich eine klasse Geschichte, die man durch Hören unterstützen sollte.


Schließlich was Allgemeines:

DerDUDE:
Letztlich noch ein paar allgemeine Fragen: Welche Band / Ska-CD würdet ihr den Surfern/Ska-People besonders ans Herz legen wollen? (Mal abgesehen von euren eigenen ;-)

Marvin Fink:
Ingo: THE AQUABATS, das Album THE FURY OF THE AQUABATS. Die Jungs sind komplett, komplett irre und durchgeknallt. Allein das Outfit von denen.

DerDUDE:
Wen würdet ihr als den "Godfather of Ska" bezeichnen?

Marvin Fink:
Ingo: Meinen Freund SIMON HENNIGES, weil er mich zum Ska gebracht hat.

DerDUDE:
Welche SKA-Page würdet ihr den Surfern im Netz besonders empfehlen? Welche Favoriten habt ihr?

Marvin Fink:
Ingo: Natürlich Deine, DUDE. Und allska.de ist auch sehr gut.

DerDUDE:
Was steht an nächsten Projekten/ Konzerten an? Wird es eine neue CD geben?

Marvin Fink:
Ingo: Wir spielen jetzt (Frühjahr/Sommer 08) noch ein paar Gigs in Hamburg. Dann wollen wir zusehen, dass wir überregional ein paar Auftritte bekommen. Und zum Ende des Jahres hin wollen wir unser zweites Album aufnehmen. Das erscheint dann hoffentlich im Frühjahr 09.

An-Ska: Wir arbeiten schon eine Weile an neuen Stücken, die wir dann hoffentlich bald zu einer schönen zweiten CD zusammenbasteln können. Aber besonders freuen wir uns auf die nächsten Gigs: Hafengeburtstag, dann spielen wir im Juni im Knust.

DerDUDE:
Ich danke euch für dieses informative und ausführliche Interview!


zurück

Weitere Info-Themen:
[Links] [Labels] [Mailorder] [Zines] [Song-Texte] [Interviews (D)] [Interviews (E)]
[Fan-Pages]

Übersicht:
[Ska-Einstieg] [Ska-Infos] [Ska-Bands] [Ska-Konzerte] [Ska-Medien] [zur Startseite]