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Bandname:
YAMBALAYA


Mitglieder (Instrumentenzuordnung):

Tobias Naturski - Gesang
Sönke Sarfert - Gitarre
Tom Flierl - Keys
Thorsten Koch - Bass
Andreas Klieber - Trompete
Simon Kinntopp - Posaune

Durchschnittsalter: 27

Gründungsjahr: 2005

Ort/Herkunft: Erlangen (Bayern)


Internetadresse:
www.myspace.com/yambalaya
www.yambalaya.net

CDs:
Life's a Circus And You Are The Clown (2008)

Datum des Interviews: Januar 2009


Die "direkten" Fragen ;-):

DerDUDE:
Hallo! Mal ein paar Fragen direkt zu euch, wenn ich darf?:
Wie würdet ihr eure Musikrichtung als Ska-Band näher charakterisieren?

YAMBALAYA:
Tobi: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass es gar nicht so einfach für uns ist, unsere Musik genau zu charakterisieren. Wir sind nämlich ziemlich offen und scheren uns nicht um musikalische Konventionen. Ska ist natürlich unsere Basis und wir sehen uns in erster Linie auf jeden Fall als eine Ska-Band, aber wir lassen in unsere Musik ganz viele Styles einfließen. Zum einen macht es die Musik unvorhersehbar und abwechslungsreich und zum anderen gibt das dem Ganzen irgendwie eine internationale und grenzüberschreitende Note. Das meine ich durchaus geographisch. In unserer Musik hat der Balkan genauso seinen Platz wie der Orient oder Südamerika. Und deswegen macht uns unsere Musik ja auch so Spaß, was man vor allem auch bei unseren Live-Konzerten erleben kann.

DerDUDE:
Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
YAMBALAYA:
Sönke: Wir haben lange Zeit gar nicht die Notwendigkeit für einen Bandnamen gesehen. Doch dann stand plötzlich das erste Konzert vor der Tür und wir brauchten zwangsweise einen Namen. Und nach einer größeren Diskussion haben wir uns auf "Yambalaya" geeinigt. Yambalaya steht für ein kreolisches Eintopfgericht, in dem alle möglichen Zutaten verarbeitet werden können. Und so sehen wir auch unsere Musik: Offen für alles. Unsere Rezeptur wird mit jedem neuen Song erweitert.

DerDUDE:
Welchen Song sollte man sich anhören, um eure Musik am besten kennenzulernen?
YAMBALAYA:
Simon: Eindeutig: Circus Song

DerDUDE:
Hat euch eine Ska-Band /Ska-Persönlichkeit am meisten beeinflußt?

YAMBALAYA:
Thorsten: Da gibt es natürlich sehr viele. Angefangen von Urgesteinen wie "The Skatalites" und "The Specials" über "No Sports" z.B. aus den 90ern bis hin zu den üblichen Verdächtigen der letzten Jahre. Darüber hinaus interessiert uns auch immer, wie Ska klingen kann wenn er mit anderen Stilen flirtet.
Es ist einfach faszinierend, welch breites Klangspektrum erreicht wird, etwa vom smoothen Ska-Jazz der "St. Petersburg Ska-Jazz Review" bis zum harten Skacore der "Voodoo Glow Skulls".

DerDUDE:
Welches ist euer Lieblingssong/ -CD?

YAMBALAYA:
Tom: Definitiv DEAD RASTA (Titel 5). Ein treibender Track, der rollt und verdammt stimmig ist.

DerDUDE:
Welche Musikrichtung, neben dem SKA, hat euch am meisten geprägt?

YAMBALAYA:
Andi K.: Da in unserer 7 köpfigen Band Musiker aus allen möglichen musikalischen Richtungen mitwirken, spiegelt sich das nat. auch in den einzelnen Songs wieder. Von Jazzern, ehemaligen Punkrockern und Reggaefans werden also auch verschiedene Elemente mit eingebunden, wobei unser stärkstes Nebenelement außer dem Ska definitiv Reggae ist. Die beiden Musikrichtungen lassen sich einfach sehr gut kombinieren und schaffen etwas Abwechslung für die müden Tanzbeine.

DerDUDE:
Gibt es eine Botschaft, die ihr mit eurer Musik vermitteln wollt?

YAMBALAYA:
Viktor: An erster Stelle stand für uns von Anfang an zunächst die Musik an sich und die Freude am Experimentieren mit verschiedenen Stilen und Rhythmen. Anhand unserer Texte könnte man uns sicherlich auch als Botschafter bezeichnen- thematisch drehen sich unsere Songs immer wieder um allzu offensichtliche geopolitische Missstände und die beunruhigende Renaissance einer Politik, die den Frieden auf der Welt mit der Waffe in der Hand herbeiführen will.
Doch dazwischen geht`s in erster Linie recht emotional zu. Da geht`s dann um nicht weniger als den Sinn des Lebens, Melancholie aber eben auch die Freude an den kleinen Dingen und am Zusammensein.
Diese Vielseitigkeit, das Nebeneinander von Zweifel, Freude, Einfachheit und Tiefgründigkeit spiegelt sich auch in unserer Musik wieder. Tja, das ist dann wohl unsere Botschaft!


Die Fragen zu den Konzerten:

DerDUDE:
Ein paar Fragen zu euren Konzerten: Was waren eure besten und schlimmsten Konzertorte?
YAMBALAYA:
Tobi: Ich denke, dass unser bester Konzertort auf jeden Fall der Chiemsee Reggae Summer 2008 war. Ich denke das wäre für jeden Offbeat-Musiker ein absolutes Highlight. Natürlich war auch der Auftritt an sich was ganz Besonderes, aber auch das ganze Drumherum zu erleben war sehr interessant und spannend. Also wie so ein riesiges Festival hinter den Kulissen abläuft und wie man die Organisation so als Künstler erlebt.

Und was war unser schlimmster Konzertort? Das war wohl das Konzert, von dem der Tom drei Fragen weiter unten zum Thema "verrücktes Erlebnis auf Tour" erzählt. Das ist echt schwer zu toppen. Mir fällt höchstens noch ein Konzert auf einer Schulparty in Nürnberg ein, die einfach total mies organisiert war. Die Kids/Schüler waren einfach mit der ganzen Technik und Organisation absolut überfordert. Nachdem wir dann endlich Soundcheck machen durften, sind währenddessen laufend irgendwelche Schüler mit Leitern auf der Bühne rumgestapft und haben mittels halsbrecherischen Aktionen versucht, das Licht zu installieren. Wir mussten dauernd den Soundcheck unterbrechen und waren natürlich ziemlich genervt, weil zu dem Zeitpunkt schon längst Einlass war. An dem Abend ging wohl so ziemlich alles schief. Und man kann sich ja sicher vorstellen, mit welcher Laune eine Band nach derartigem Vorspiel auf die Bühne geht. Aber da wir einigermaßen professionell sind haben wir uns unseren Groll nicht anmerken lassen.

DerDUDE:
Auf SKA-Konzerten findet man ja wirklich die unterschiedlichsten Typen. Wie würdet ihr euer Publikum charakterisieren?
YAMBALAYA:
Simon: Durchwegs Durchwachsen! Erfreulicherweise viele junge Erwachsene sowie ein breites eher alternatives, junges Publikum

DerDUDE:
Was spielt ihr als Zugabe (welchen Song)?
YAMBALAYA:
In der Regel ist das der "Pirate Song", der mit seiner spontan-eingängigen Melodie im Refrain zum Mitsingen einlädt. Und wenn das passiert, ist das für und alle auf der Bühne jedesmal ein Gänsehaut-Moment. Nicht zu überbieten. Aber nachhaltig zu verlängern, wie wir 2008 auf dem Chiemsee Reggae Summer erleben durften. Nachdem wir den "Pirate Song" gespielt hatten und erschöpft und glücklich vom gelungenen Auftritt hinter der Bühne an Abbau überhaupt nicht denken wollten, hörten wir wie das Publikum den Song noch weitersang. Und so wurde aus dem Gänsehaut-Moment fast schon eine Gänsehaupt-Epoche ;-).

DerDUDE:
Gibt es ein verrücktes Erlebnis auf einer Tour, welches erzählenswert ist?
YAMBALAYA:
Tom: Ein Benefizkonzert zu Gunsten der Aidshilfe war der wohl beste Brecher in unsrer Tourzeit. Bei Ankunft an dem mit dickem Brimborium promoteten Festival gingen uns die Augen über. Die Parkplätze derbe voll, Menschenmengen unterwegs, auch egal wenn sämtliche Besucher aussehen wie schräge Vögel, dachten wir. Landpomeranzen in Overalls und Latzhosen, direkt vom Acker im Western- und Trucker-Style, yeeeah. Beschissen nur, dass als wir unser Equipment in den Bühnenraum schafften, uns ein Roadie mit breitem Schmunzeln auf eine Gegenveranstaltung nebenan verwies, der Sadist. Im Klartext, unser eigentliches Benefizkonzert für Aidshilfe fand neben einem Country-Festival in einem kleinen Saal statt, und wir dachten, was für schräge Vögel sich auf unsrem Konzert verirrten! Im Backstage-Bereich angekommen (einem Tanzlokal mit Dunstwolke, dem Hofbräuhaus ähnelnd) lief der Film weiter. Das Catering hatte einen Touch von Selbstinfizierung. Unser Sänger scheint nicht aufgeklärt zu sein, denn der durfte die Nacht über Bauchkrämpfe ausstehen. Unser Gig stieg um Mitternacht, und das geilste daran ist, wir haben für uns selbst gespielt! Ja echt, nobody else, wir haben dann eine Art Intimkonzert (passend zum Motto der Veranstaltung) gegeben und unsere Merchandising-Frau samt noch vorhandene Techniker integriert. Wir haben noch so gerockt und ultra Spaß gehabt, nicht umsonst haben wir unser Debutalbum "Life`s a circus and you are the clown" getauft. Das ging voll auf.

DerDUDE:
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten zusammen auftreten?
YAMBALAYA:
Andi K.: Das ist auf jeden Fall keine leichte Frage da es eine ganze Menge sehr großer Bands gibt die wir gut finden. Angefangen von den Black Seeds mit ihrem funk soulartigem Reggae, über The Cat Empire, Babylon Circus, Ska Cubano, Eskorzo......und, und, und

DerDUDE:
Was mich schon immer beschäftigt, ist die Frage, wie ihr mit Nazi-Skins auf Konzerten umgeht?
YAMBALAYA:
Viktor: Also bisher hatten wir erfreulicherweise noch nie Nazis vor der Bühne, die als solche erkennbar waren.
Skins an sich (keine Nazis) natürlich schon, aber die sind ja auch herzlich willkommen!
Vermutlich liegt das daran, dass wir mit unserer recht untraditionellen Ska-Mischung einfach ein anderes Publikum anziehen. Prinzipiell sollte es erst mal die Aufgabe der Veranstalter sein, solche Gestalten erst gar nicht reinzulassen. Natürlich gucken wir aber auch schon im Vorfeld darauf, dass wir in entsprechend angehauchten Locations gar nicht erst auftreten. Sollte dennoch einmal die Frage auftauchen auf welcher Seite wir stehen, reicht ein Blick auf unseren koreano-fränkischen Frontmann. Wenn der auch noch auf Salsa-Rhythmen swingt, sollte auch der letzte Nazi kapieren, dass wir nichts für ihn übrig haben.


Fragen zur Ska-Geschichte:

DerDUDE:
Vielleicht noch ein wenig zum Thema Ska-Geschichte?: Es wird häufig von 1-3 Ska-Welle gesprochen. Inwieweit könnt ihr euch damit identifizieren?

Was kommt nach der 3. Ska-Welle? Wie seht ihr die Zukunft des SKA?

YAMBALAYA:
Tobi: Ist es schlimm, wenn man sich als Ska-Musiker nicht zwangsläufig gründlich mit der Geschichte des Ska auseinandergesetzt hat? Keine Sorge, wir wissen schon, dass es mehrere Wellen gab und wo der Ska herkommt, aber uns fällt es schwer uns damit zu identifizieren. Nicht, weil wir nicht wollen, sondern weil es einfach schlichtweg nicht geht bei unserem Ska-Pluralismus. Muss auch nicht sein. Wir machen halt unser Ding und was uns gefällt und vielleicht sind wir sowas wie Ska-Wellenreiter, also eine Band die ziemlich große Wellen macht, weil sie von drei Ska-Wellen angetrieben wird. Ich bin gerade ziemlich stolz, dass mir dieses Gedankenspiel eingefallen ist. ;-)

Die Zukunft des Ska ist schwer vorherzusagen. Natürlich ist Ska keine Mainstream-Musikrichtung und wird wohl immer eher Nischenmusik bleiben, aber ist das so schlimm? Wir machen auf unseren Konzerten die Erfahrung, dass die positiven Vibes des Ska die Leute einfach irgendwie erreichen, egal ob sie davor großartige Ska-Heads waren oder nicht. Ich persönlich hoffe, dass es zum Teil Band gibt, die richtig schönen traditionellen Ska machen, aber dafür mindestens genauso viele, die mit Ska so herumexperimentieren wie wir und interessante neue Ska-Sounds kreieren.

DerDUDE:
Wie kommt es, eurer Meinung nach, dass sich die meisten jungen Bands entweder in Richtung traditional Ska oder Ska-Punk entwickeln?

YAMBALAYA:
Sönke: Mmh schwierig zu sagen, da wir ja keine reine Ska-Band sind und somit aus dem "typischen" Raster fallen. Vermutlich sind das derzeit die beiden populärsten Richtungen und dienen demzufolge als Schablone für viele Bands. Gerade Ska-Punk schlägt auf einfache Weise die Brücke zwischen Off- und Downbeat und bietet somit eine breite Plattform für viele junge Musiker.

DerDUDE:
Warum hat es der Ska so schwer, sich zu etablieren? Ist Ska zum ewigen Schlummerdasein verdammt?

YAMBALAYA:
Simon: Vielleicht ist einigen Zuhörern der Ska zu einfach gestrickt oder auf Dauer zu fröhlich!? Wer weiß das schon...


Schließlich was Allgemeines:

DerDUDE:
Letztlich noch ein paar allgemeine Fragen: Welche Band / Ska-CD würdet ihr den Surfern/Ska-People besonders ans Herz legen wollen? (Mal abgesehen von euren eigenen ;-)

YAMBALAYA:
Tom: Den Dudes empfehle ich Karamelo Santo, eine vor allem live total überzeugende und mitreißende Band. Am heimischen Plattenspieler ist die "Guilty 'Til Proved Innocent!" mein absoluter Favorit. Eine genial komponierte und arrangierte Platte der "the Specials", die wohl nie an Bedeutung für die Ska-Gemeinde verlieren wird.

DerDUDE:
Wen würdet ihr als den "Godfather of Ska" bezeichnen?

YAMBALAYA:
Andi K.: Den Godfather of Ska zu benennen wäre vielleicht etwas anmaßend; da es sehr viele alte Bands und Sänger gibt; die dem Entstehen oder populär werden des Skas dienlich waren. Ein Meilenstein waren für uns auf jeden Fall die Skatelites!

DerDUDE:
Welche SKA-Page würdet ihr den Surfern im Netz besonders empfehlen? Welche Favoriten habt ihr?

YAMBALAYA:
Viktor: Hehe, diese hier natürlich!
Ansonsten gibt`s ja noch ne Menge anderer Seiten wie 2-tone.de oder allska.de, DIE eine Page gibt es für uns aber sicherlich nicht. Und wer das hier liest, hat ja vielleicht eh schon gefunden was er sucht.
Um in unserer Heimat auf dem Laufenden zu sein, lohnt sich allerdings ein Blick auf franken-reggae.de!

DerDUDE:
Was steht an nächsten Projekten/ Konzerten an? Wird es eine neue CD geben? Wann kommt sie raus und was wird auf uns zukommen?

YAMBALAYA:
Sönke: Oh ein, zwei Jahre wird das neue Baby noch brauchen. Wir sind gerade am Ansammeln von neuem Material. Ein paar Songs spielen wir bereits jetzt auf Konzerten. Ein paar sind noch nicht geschrieben ;-) Aber es wird definitiv eine heiße Scheibe!

DerDUDE:
Ich danke euch für dieses sehr ausführliche und sehr informative Interview!


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