Interview ABS
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Bandname:
The Kingston Club

Mitglieder (Instrumentenzuordnung):
Karina Mecik (vocals),
Felix Barth (sax, vocals),
Ruth Dartsch (drums),
David Möller (trumpet) ,
Helena Ströher (guitar),
Elena Bürger (trombone),
Julian Bothe (bass, double bass)

Durchschnittsalter: 18

Gründungsjahr: 2003

Ort/Herkunft: Fulda (hessen)


Internetadresse: www.thekingstonclub.de.vu

CD's (Jahr): Damn Microwave! (2005)

Datum des Interviews: 14. Juli 2005


Die "direkten" Fragen ;-):

Miansha/DerDUDE:
Hallo! Mal ein paar Fragen direkt zu euch, wenn ich darf?:
Wie würdet ihr eure Musikrichtung als Ska-Band näher charakterisieren?

The Kingston Club:
Ska-Groove-Fusion-Jazz...-Ska ;-) Wer auf die Einordnung von Musik steht, der soll sich unsere Musik selbst anhören und dann ein weiteres Begriffsmonster erfinden. Vielleicht entdeckt er ja dabei, dass es viel mehr Spaß macht, Musik zu hören als sie zu archivieren.


Miansha/DerDUDE:
Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?
The Kingston Club:
Nach verkrüppelten Anfangsversuchen und dem fehlenden Mut zur Entscheidung konnte man schließlich im Vorfeld unseres ersten Konzerts im Februar 2004 auf den ausgehängten Plakaten und Flyern drei (!) unterschiedliche Bandnamen lesen: "Kingston Club" war einer davon. Am Abend unseres Konzerts wurden wir schließlich mit "Kingston Club" angekündigt. Damit war die Sache klar.

Miansha/DerDUDE:
Welche Ska-Band hat euch am meisten beeinflusst?
The Kingston Club:
Definitiv "The Toasters". Durch sie haben viele von uns den Ska überhaupt erst kennen gelernt. Es ist eben so: Was man zuerst sieht, hält man für die Mama.

Miansha/DerDUDE:
Welchen Song sollte man sich anhören, um eure Musik am besten kennenzulernen?
The Kingston Club:
Das ist schwierig zu sagen, weil wir bei unseren Songs sehr experimentierfreudig sind und dadurch jeder Song sehr individuell ist. "Manipulated Tom" und "Ska-City" treffen es aber am besten. Die beiden Stücke sind übrigens auch als Hörschnipsel von unserer Homepage runterzuladen.


Miansha/DerDUDE:
Welche Musikrichtung, neben dem SKA, hat euch am meisten geprägt?

The Kingston Club:
Sicherlich der Jazz, aber daneben auch Soul, was sich besonders bei unserer Sängerin niederschlägt.

Miansha/DerDUDE:
Welche Botschaft möchtet ihr mit eurer Musik vermitteln?

The Kingston Club:
Ska ist eine Musik zum Tanzen - soviel steht erstmal fest. Aber darüber hinaus versuchen wir durch unsere Texte auch kritische Themen anzureißen.

Miansha/DerDUDE:
Hat SKA für euch auch eine politische Bedeutung? Wenn ja, welche?

The Kingston Club:
Der Ska ist wie kaum eine andere Musikrichtung eine internationale Musik, die die Welt verbindet. Es gibt Ska-Bands aus Mexiko genauso auf wie aus Osteuropa oder Japan. Ska ist überall - aber trotzdem niemals einheitlich, keine Gleichmacherei wie etwa die Pop-Musik. Die Ska-Band aus Japan klingt eben doch ganz anders als die aus der Ukraine. Ska steht deshalb genauso für Internationalität wie für kulturelle Vielfalt... und darin liegt heutzutage seine politische Bedeutung.


Die Fragen zu den Konzerten:


Miansha/DerDUDE:
Was waren eure besten und schlimmsten Konzertorte?

The Kingston Club:
Unser bestes Konzert war sicherlich auf dem Newcomer-Festival 2004 in Fulda. Große Bühne, ein zum Erbrechen gefüllter Saal, über 800 Menschen. Am Ende unseres Auftritts donnerte der ganze Saal, das Publikum wollte uns nicht mehr von der Bühne lassen. Der schlimmste Konzertort war auf einem Jugendtag in Lauterbach. Openair bei winterlichen Temperaturen, ein paar Dutzend einsamer und frierender Menschen und genauso verzweifelte wie vergebliche Versuche unserer Bläsersektion, die Instrumente einigermaßen auf Temperatur zu halten und damit die Intonation vor größeren Querschlägern zu bewahren.

Miansha/DerDUDE:
Wie würdet ihr euer Publikum charakterisieren?

The Kingston Club:
Unser Publikum lässt sich nur schwer eingrenzen. Es sind Leute dabei, die gerne Traditional hören, Leute, die auf Ska-Jazz stehen, aber auch Menschen, die noch nie zuvor Ska gehört haben, viele Jugendliche, aber auch Mittfünfziger. Punks und Skins finden sich eher weniger darunter.

Miansha/DerDUDE:
Was spielt ihr als Zugabe (welchen Song)?

The Kingston Club:
Ganz zuletzt spielen wir immer ein Coverstück, das im Grunde fest zum Programm gehört: "Perfidia", eine Liebesschnulze, bei der sich ganz entspannt tanzen lässt. Der Text endet mit einem schmachtenden, sehnsüchtigen "Goodbye".

Miansha/DerDUDE:
Gibt es ein verrücktes Erlebnis auf einer Tour, welches erzählenswert ist?
The Kingston Club:
Allgemein sind da natürlich Julians Fahrkünste zu erwähnen. Für die Fahrten zu unseren Konzertorten benutzen wir seinen Kleinbus, hinter dessen Steuer er dann auch meistens sitzt. Das Wort Angst umschreibt wohl am besten den Gefühlszustand der meisten Menschen, die in diesem Bus sitzen.

Miansha/DerDUDE:
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten zusammen auftreten?

The Kingston Club:
Auf Platz 1 der Liste stand die Rotterdam Ska-Jazz Foundation. Da wir dem aber inzwischen bereits nachkommen konnten, stehen als nächstes die Toasters an.

Miansha/DerDUDE:
Was uns schon immer beschäftigt, ist die Frage, wie ihr mit Nazi-Skins auf Konzerten umgeht?

The Kingston Club:
Da unsere Musik nicht unbedingt mit einem (Nazi-) Skin-Gehör kompatibel ist, kamen wir glücklicherweise auch noch nicht in die Situation, dass Mitglieder dieser Abart der Skin-Bewegung auf unseren Konzerten aufgetaucht wären.


Fragen zur Ska-Geschichte:

Miansha/DerDUDE:
Vielleicht noch ein wenig zum Thema Ska-Geschichte?: Es wird häufig von 1-3 Ska-Welle gesprochen. Inwieweit könnt ihr euch damit identifizieren? Was kommt nach der 3. Ska-Welle? Wie seht ihr die Zukunft des SKA?

The Kingston Club:
Wir sehen da schon Potenzial für eine 4. Welle, die aber (so wie es der SKA ja auch in der Vergangenheit getan hat) mit anderen Musikrichtungen fusionieren müsste, um etwas wirklich Neues in die Welt zu setzen. Vielleicht gehören wir ja schon dazu? ;-)

Miansha/DerDUDE:
Wie kommt es, eurer Meinung nach, dass sich die meisten jungen Bands entweder in Richtung traditional Ska oder Ska-Punk entwickeln?

The Kingston Club:
Traditional ist eben geil. Und irgendwann merkt jede junge Punk-Band, dass es sich mit Offbeat einfach besser tanzen lässt und setzt den Ska dann kurzerhand "oben drauf".

Miansha/DerDUDE:
Warum hat es der Ska so schwer, sich zu etablieren? Ist Ska zum ewigen Schlummerdasein verdammt?

The Kingston Club:
Allgemein ist die breite Masse konservativ, Ungewohntes wird zunächst einmal abgelehnt. Allerdings haben wir nicht gerade den Eindruck, dass der Ska zurzeit ein Schlummerdasein führt. Zusammen mit Reggae gibt es im Moment einen regelrechten Hype auf Ska. So etwas ist heutzutage natürlich schnelllebig und nicht von Dauer.


Schließlich was Allgemeines:


Miansha/DerDUDE:
Letztlich noch ein paar allgemeine Fragen: Welche Band / Ska-CD würdet ihr den Surfern/Ska-People besonders ans Herz legen wollen? (Mal abgesehen von euren eigenen ;-)

The Kingston Club:
"Time is tight" von Eastern Standard Time, "Sunwalk" von Rotterdam Ska-Jazz Foundation, "Don´t Let The Bastards Grind You Down" von The Toasters und "A Contraluz" von La Vela Puerca.

Miansha/DerDUDE:
Wen würdet ihr als den "Godfather of Ska" bezeichnen?

The Kingston Club:
The Skatalites.

Miansha/DerDUDE:
Welche SKA-Page würdet ihr den Surfern im Netz besonders empfehlen? Welche Favoriten habt ihr?

The Kingston Club:
Auf www.derdu... oder so ähnlich soll es Infos rund um das Thema SKA geben.
Daneben sind natürlich noch unsere eigene Page und die unseres Tonstudios besonders zu empfehlen: thekingstonclub.de.vu und neway-music.de

Miansha/DerDUDE:
Was steht an nächsten Projekten/ Konzerten an? Wird es eine neue CD geben? Wann kommt sie raus und was wird auf uns zukommen?

The Kingston Club:
Zunächst einmal warten wir ab, auf welche Resonanz unser erstes Album trifft... danach sehen wir weiter. Nebenbei: Unser Album "Damn Microwave!" ist ab dem 22. Juli 2005 unter www.neway-music.de käuflich zu erwerben!!

Miansha/DerDUDE:
Wir verstummen: Sagt doch was ihr wollt ;-) Kommentare, Anmerkungen von euch!!!...
The Kingston Club:
Wir grüßen die unsichtbaren Tiefen des WorldWideWeb und hoffen, dass aus ihnen die eine oder andere Anfrage für den Kauf unserer CD ersteigt.
Und natürlich grüßen wir unsere Fangemeinde in der Region Fulda, die uns in den vergangenen eineinhalb Jahren großartige Unterstützung hat zukommen lassen.
Ein umfassendes Dankeschön gilt auch Cabba-Cabba!!


Miansha/DerDUDE:
Wir danken euch für dieses interessante, informative Interview!


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