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Bandname:
Masons Arms
Interviewpartner: Hanno Schattow


Mitglieder (Instrumentenzuordnung):
Sechs Leute; Andreas Lorenz (Gesang),
Mike Goorman (Bass),
Hanno Schattow (Gitarre, Gesang),
Oliver Jennissen (Tenorsax, Gesang),
Svenja Lindemann (Tenorsax),
Bodo Gatzweiler (Drums)


Durchschnittsalter: Keine Ahnung! Haben wir noch nie drüber nachgedacht. Augenblick - kurz rechnen… so etwa 27 Jahre!

Gründungsjahr: 1995

Ort/Herkunft:
Gründungsort war Heinsberg bei Aachen. Mittlerweile wohnen wir verteilt über Heinsberg, Münster, Köln, Bonn und Dortmund.


Internetadresse:
www.masonsarms.de

CDs (Jahr):
Demo-EP "Thud", 1998
Demo-CD "We Can't Sing", 1999
Full-Length "Ex-Girlfriends And Broken Hearts", 2004 UDR


Datum des Interviews: 07.08.2005


Die "direkten" Fragen ;-):

Miansha/DerDUDE:
Hallo! Mal ein paar Fragen direkt zu euch, wenn ich darf?:
Wie würdet ihr eure Musikrichtung als Ska-Band näher charakterisieren?

Masons Arms:
Unsere gemeinsamen musikalischen Wurzeln liegen im Punkrock. Nachdem wir im ersten Bandjahr viele Songs unserer damaligen Lieblingsbands (Bad Religion, NOFX, No Fun At All, Screaching Weasel, All, etc.) gecovert haben wurde bei den ersten eigenen Songideen der Weg zum Skapunk ziemlich straight gegangen. Wir hatten das nicht wirklich geplant; es hat sich halt einfach ergeben. Durch die verschiedenen musikalischen Interessen der einzelnen Bandmember hat sich dann unser Skapunk-Stil wieder in eine andere Richtung entwickelt.

Mittlerweile bezeichnen wir unsere Musikrichtung als Skapunk-Reggae. In vielen Masons Arms-Songs sind Mid-Tempo-Skalicks, die sich mit melodiösen Punkrockrefrains abwechseln. Wir haben auch die ein oder andere reine Ska- bzw. Reggaenummer und mehrere "Punkrock-Klopper" im Liveset. Wichtig für uns ist immer, dass - egal welcher Stil gerade im Vordergrund steht - die Songs von uns ins Tanzbein gehen.

Miansha/DerDUDE:
Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?

Masons Arms:
Im Sommer 1995 waren Mike und ich gemeinsam auf der Schulabschlussfahrt in Schottland. Auf dem Rückweg nach Deutschland machten wir am letzten Abend in York in England Halt. Dort haben wir bei diversen Bieren die gemeinsame Bandgründung und die erste Bandprobe vereinbart. Der Pub in York hieß "Masons Arms" und daher war die Suche nach einem Bandnamen bereits beendet. Mittlerweile haben wir gemerkt, dass scheiß-viele Pubs oder Restaurants auf der Insel "Masons Arms" heißen. Damals dachten wir, dass wäre ein einfallsreicher Bandname…so kann man sich irren. Schlecht ist übrigens bei dem Bandnamen, dass wir von diversen Leuten, Mischern oder Bookern gerne als "Mansons Arms", "Mason Arms" oder "Masons Arm" ins Line-Up von Shows eingetragen werden. Anscheinend ist der Name wohl schwer zu merken…


Miansha/DerDUDE:
Welchen Song sollte man sich anhören, um eure Musik am besten kennenzulernen?
Masons Arms:
Songs, die wohl typisch den "Masons Arms-Sound" wiedergeben sind auf unserer aktuellen CD "Heute Nacht" und "Ex-Girlfriends And Broken Hearts", oder auf unserem Labelsampler von Unpopular Disclose Records der Song "Was übrig bleibt". Hier werden die verschiedenen Musikstile Punkrock, Ska und Reggae im eben typischen Masons Arms-Stil gemixt.


Miansha/DerDUDE:
Hat euch eine Ska-Band /Ska-Persönlichkeit am meisten beeinflußt?

Masons Arms:
Uhh…schwierige Frage. Ich persönlich höre nicht viel reine Ska-Musik, wobei das ja auch immer eine Definitionsgeschichte ist. Unser Sound selber ist von der Skapunkseite her am ehesten durch Less Than Jake, den Mighty Mighty Bosstones, Reel Big Fish und den beiden ersten Rantanplan-Scheiben beeinflusst worden. Deren Art und Weise die beiden Musikrichtungen Punkrock und Ska zu mischen hat sich bei uns als Band als "kleinster gemeinsamer Nenner" relativ durchgesetzt.

Miansha/DerDUDE:
Welches ist euer Lieblingssong/ -CD?

Masons Arms:
Uhh…schon wieder so eine heikle Kiste! Vorab muss ich sagen, dass wir alle in der Band mittlerweile echt ziemlich unterschiedliche Musikstile hören! Dazu zählen Punkrock, Emo, Ska, Skapunk, Reggae, Rocksteady, aber auch Alternative, Metal oder gut gemachte Popmusik!

Ich für meinen Teil wechsle doch häufig meine aktuellen Lieblingsscheiben und Favorit-Songs. Zurzeit höre ich relativ viel deutschsprachigen Reggae und Dancehall, viel Rocksteady-Kram und die neue Goldfinger-Platte. Die deutschsprachige Reggaeszene lebt zurzeit in Köln ziemlich heftig (Klar, durch den Kölner Tilmann "Gentleman" Otto!). Gleich vor den Toren von Köln hat sich das absolut empfehlenswerte Label "Rootdown Records" etabliert, deren Releases ich jedem ans Herz legen kann. Die Debut-Scheiben von Leuten wie Nosliw, Mono & Nikitaman und Nattyflo campen jetzt schon einige Zeit in meinem CD-Player! Aber auch diverse Scheiben von den genialen Slackers aus New York höre ich immer wieder gern; wenn's ums Tanzen geht darf Seeed natürlich auch nicht fehlen…und bei guten alten Punkrockscheiben höre ich persönlich gerne eher melodiösen Kram, wie eben die "Disconnection Notice" von Goldfinger, die letzte NOFX, Platten von den Ataris oder im Popbereich die Scheiben von Moneybrother oder Jack Johnson. Wenn Du aber jetzt ein anderes Bandmitglied fragst, bekommst zu wahrscheinlich zu 85% andere CDs genannt ;-) .

Miansha/DerDUDE:
Welche Musikrichtung, neben dem SKA, hat euch am meisten geprägt?

Masons Arms:
Wie bereits gesagt haben alle Bandmitglieder über die Jahre ihren Musikgeschmack in unterschiedliche Richtungen ausgeweitet. Unser Drummer Bodo hört neben Punkrock ziemlich viel Metal, Olli (unser Saxmann) hört neben Punkrock und Ska auch gerne Indierock bzw. Gitarrenmusik von Franz Ferdinand, Mando Diao, Bloc Party oder im deutschsprachigen Bereich Kettcar. All das beeinflusst natürlich mal mehr und mal weniger unser Songwriting. Ich für meinen Teil merke deutlich an meinen Songideen, welche Musikarten ich zum Zeitpunkt des Songschreibens vermehrt höre! Dann ist es nicht immer einfach, sich im Proberaum auf einen gemeinsamen Nenner zu treffen.

Miansha/DerDUDE:
Gibt es eine Botschaft, die ihr mit eurer Musik vermitteln wollt?

Hat SKA für euch auch eine politische Bedeutung? Wenn ja, welche?
Masons Arms:
Wir selber sind definitiv keine politische Band, was nicht heißen soll, dass wir privat nicht politisch stark interessiert sind. Ich selber finde es aber äußerst schwierig, politische Songs zu machen ohne dabei in Klischees oder plakative Texte zu abzurutschen. Möglicherweise ändert sich das bei einer anderen politischen Konstellation in Deutschland. Es war ja ebenfalls deutlich zu merken, dass sich nach der Wahl von George W. Bush viele amerikanische Bands "politisierten", was ich auf keinen Fall negativ im Sinne von "Trittbrettfahrern" meine! Schließlich haben nicht nur die Bands das Recht einen politischen Song zu machen, die das schon seit 10 oder 20 Jahren machen (z.B. Bad Religion). Am "Bush-Phänomen" ist ja ebenfalls spürbar, dass seine Wahl (bzw. Wiederwahl) nicht nur amerikanische Musiker prägt, sondern Musiker und Bands auf der ganzen Welt!
Aber zurück zu Masons Arms - wir selber erzählen in unseren Songs große und kleine Dinge, die an jedem Tag in jeder Stadt in jedem Land vermutlich tausendfach passieren. Thematisch laufen unsere Songs meistens im zwischenmenschlichen Bereich, wobei wir auch häufig einfach nur eine "Geschichte" erzählen. Uns sind also nicht all die Dinge in unseren Songs tatsächlich selber passiert. Für mich sollte ein Song einfach nur eine interessante Story transportieren - egal ob jetzt mit politischem, gesellschaftlichen oder zwischenmenschlichen Inhalt!

Wie bereits vorhin gesagt, stellt für uns Skamusik keine besondere politische Bedeutung dar. Musik - egal von welchem Stil - kann immer eine politische Bedeutung haben bzw. bekommen. Die Betonung liegt hier auf "kann" und auf gar keinen Fall auf "muss"!


Die Fragen zu den Konzerten:


Miansha/DerDUDE:
Ein paar Fragen zu euren Konzerten: Was waren eure besten und schlimmsten Konzertorte?

Masons Arms:
Eines unserer besten Konzerte war definitiv unser erster Gig, nachdem wir von 1999 bis 2001 eine Art "Bandpause" hatten. Wir probten kaum noch, hatten dementsprechend keine Konzerte und keine neuen Songs am Start. Das war eine Phase, in der Mike, Andreas und ich schon nicht mehr in Heinsberg wohnten, sondern in verschiedenen Städten studierten. Vorher kamen wir immer einmal am Wochenende in Heinsberg zusammen und zockten eine gemeinsame Probe. Die ganze Sache war natürlich mit enormen (Fahr-)Aufwand verbunden. Wie das so ist haben wir aufgrund von anderen Verpflichtungen und unterschiedlichen Lebensplanungen immer wieder - immer mehr - Bandproben sausen lassen. Kurzum: Von 1999 bis 2001 probten wir vielleicht insgesamt so 10-15 Mal. Im Sommer 2001 bekamen wir dann eine Anfrage von Sebastian Kötz (heute Gitarrist bei unseren Labelkollegen "Pitfall"), der ein kleines Punkrock-Label bzw. einen Sampler mit Heinsberger Bands organisieren wollte. Sebastian plante ein großes Festival auf einem alten Schloss in unserem Heimatkreis und fragte, ob wir nicht auch auf dem Festival bzw. auf dem Sampler vertreten sein mochten. Wir haben zugesagt, wussten damals aber noch nicht, dass dieser besagte Festivalgig für uns wieder eine so starke Energiequelle wurde, dass wir von da an wieder regelmäßig probten, neue Songs schrieben und eine Full-Length produzierten! Während unseres gesamten Gigs war der Laden rappelvoll mit Leuten, die die ganze Zeit schwer steil abgingen. Irre war für uns auch, dass viele Leute Songtexte von alten Masons Arms-Songs mitsingen konnten. Und dass, obwohl wir unseren letzten Gig drei Jahre vorher in Heinsberg gespielt hatten! Das war auf jeden Fall für jeden von uns eine so geniale Sache, dass wir danach wieder sehr viel Engagement in die Band investierten und das noch bis heute machen, denn die Proben in Köln einmal pro Wochenende sind nicht weniger zeitintensiv, da manche Leute von uns ja einen Anfahrtsweg aus Münster bzw. Dortmund haben!

Das schlimmste Konzert von uns war im Juli 2004. Wir waren auf einem Open-Air-Gig vom
"U-Club" in Wuppertal eingeladen. Soundcheck war schon fertig und gemacht. Vor der Bühne waren schon einige Leute. Wir wollten gerade mit unserem Set loslegen, als es ein Gewitter von biblischem Ausmaß gab! Unser komplettes Equipment wurde (trotz eines Zeltdaches über uns) total nass, wir zogen nur noch hektisch alle Stromstecker und flüchteten in den 20 Meter entfernten "U-Club". Wir waren alle bis auf die Haut durchnässt, unser Equipment hatte enorme Wasserschäden und der Gig war gelaufen!
Ein anderer Gig war von der Organisation auch ziemlich scheiße! Im Mai 2004 spielten wir gemeinsam mit Rantanplan einen Gig im Kölner Primeclub. Nur schade, dass der Primeclub (angeblich!) nichts von Masons Arms wusste und uns wieder nach Hause schicken wollte. Nach diversen Gesprächen, einem "Gang nach Canossa" - heißt einem Gespräch mit dem Booker (oder Chef??!?) vom Primeclub - und diversen Telefonaten mit unserem Label, dem Booker von Rantanplan und Torben von Rantanplan wurden dann die Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Anscheinend war die Info, dass wir gemeinsam mit Rantanplan spielten nicht von der Band zum Booker durchgesickert. Richtig spaßig wurde das Ganze dann dadurch, dass uns der Typ vom Primeclub namens "Tower" oder so kein Wort geglaubt hat und uns daher mehrfach Hausverbot androhte!


Miansha/DerDUDE:
Was spielt ihr als Zugabe (welchen Song)?

Masons Arms:
Eine spezielle Zugabe gibt es bei uns nicht. Wir verändern unser Set relativ häufig. Zurzeit spielen wir gerne als Zugabe ein Cover von Madness ("One Step Beyond") und von uns alte Hits wie "Was übrig bleibt", "Sex mit NOFX" oder "Egal".

Miansha/DerDUDE:
Wie würdet ihr euer Publikum charakterisieren?

Masons Arms:
Unser Publikum ist ziemlich gemischt. Es liegt meist am Club oder der Stadt, in der wir einen Gig spielen. Für uns besteht allerdings das "Lieblingspublikum" aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Jahren! Die hauen tanzmäßig einfach am meisten auf die Kacke, was uns als Band natürlich am meisten Spaß macht! Je älter die Leute werden, desto wichtiger ist halt das Bierchen an der Theke, statt das Konzert vor der Bühne - und das soll kein Anpissen sein! Bei mir ist's mittlerweile häufig genauso ;-) !


Miansha/DerDUDE:
Gibt es ein verrücktes Erlebnis auf einer Tour, welches erzählenswert ist?

Masons Arms:

Ich glaube, dass wir - vielleicht auch altersbedingt - bei Gigs nicht besonders abgefahrene Sachen machen und daher auch meist keine verrückten Erlebnisse anlocken. "Auf Tour" waren wir auch bisher kaum, sondern haben immer sehr viele Einzelgigs gespielt. Wir wollten im Mai 2005 eigentlich eine Mini-Tour machen, konnten aber aus terminlichen Gründen das Ganze nicht bewerkstelligen, da in der ersten Jahreshälfte sowohl unser Basser Mike in San Francisco, als auch unser Saxmann Olli in Salzburg waren.
Die nächste (erste!) Tour mit mehreren Terminen in Folge kommt bestimmt!

Miansha/DerDUDE:
Mit welcher Band würdet ihr am liebsten zusammen auftreten?

Masons Arms:
Ich für meinen Teil würde auf jeden Fall am liebsten mit den Mighty Mighty Bosstones auftreten! Allerdings gibt's die ja faktisch nicht mehr, so dass das wohl nichts mehr wird! Cool wären auch noch Gigs mit Less Than Jake oder Reel Big Fish! Mit Reel Big Fish hätten wir einmal einen Gig im JUZ Wermelskirchen spielen können, aber wir haben das damals leider SCHON WIEDER (!!) aus terminlichen Gründen nicht hinbekommen. Unser Drummer Bodo bekommt noch heute, Jahre später, die Schuld immer wieder lauwarm aufs Butterbrot geschmiert…

Miansha/DerDUDE:
Was mich schon immer beschäftigt, ist die Frage, wie ihr mit Nazi-Skins auf Konzerten umgeht?

Masons Arms:
Nazi-Skins direkt auf Konzerten haben wir noch nie erlebt. Wir sind jetzt im September 2005 zum zweiten Mal auf einem großen Antifa-Festival in Stolberg bei Aachen. Das Festival findet parallel zu einer Nazi-Kundgebung statt. Das war letztes Jahr für uns das erste Mal, dass wir Nazis im gleichen Ort gesehen haben, in dem wir ein Konzert spielen. Die Nazis wurden aber von Polizei & Co. So in Schacht gehalten, dass die nicht auf unsern Gig kommen konnten.
So richtig warm werden wir allerdings generell selten mit Skins auf unseren Konzerten. Vereinzelt sind schon mal S.H.A.R.P.-Skins bei unseren Gigs, z.B., als wir mit Mr. Review zusammen gespielt haben. Normalerweise kommen aber auch solche Leute nicht zu unseren Konzerten, da wir ja keinen Ska im Sinne von Two-Tone-Ska spielen. Irgendwie finde ich diese Art von Uniformierung schon befremdlich; dazu kommt dass wir meist von vornherein wissen, dass die uns nur im Ausnahmefall gut finden, weil wir mit 60s- oder Two-Tone-Ska nur wenig am Hut haben. Aber Ärger, Trouble oder so was hatten wir noch nie. Falls wir so etwas mitbekommen sollten, würden wir natürlich das Set unterbrechen oder eben den ganzen Gig abbrechen, denn in dem Moment, wo Leute auf unseren Konzerten sind, die Ärger machen oder sich prügeln, möchte ich nicht mehr spielen.


Fragen zur Ska-Geschichte:


Miansha/DerDUDE:
Vielleicht noch ein wenig zum Thema Ska-Geschichte?: Es wird häufig von 1-3 Ska-Welle gesprochen. Inwieweit könnt ihr euch damit identifizieren? Was kommt nach der 3. Ska-Welle? Wie seht ihr die Zukunft des SKA?

Masons Arms:
Tja - identifizieren tun wir uns mit keiner von diesen "Wellen". Ich denke aber, dass wir wohl zur "3. Ska-Welle" a la Reel Big Fish, Mad Caddies oder Buck O Nine dazugehören. Wir haben damit kein Problem, da wir diese Bands mögen und auch privat hören!
Die Zukunft des Ska hat doch schon längst begonnen! Wie ich bereits eingangs erwähnte ist im Moment die Reggae-Szene (Und ich zähl jetzt mal einfach Ska auch dazu! Von mir aus steinigt mich!) in Deutschland extrem groß. Die Musik von Artists wie Gentleman, Seeed oder Nosliw wird sogar auf den Musikkanälen gespielt. Und egal ob man jetzt Skamusik mit dort hinzuzählt oder nicht - die Bands und Musiker profitieren trotzdem von dem gesteigerten Interesse bei den jungen Leuten. In Clubs wird wieder vermehrt "Off-Beat-Music" gespielt und dabei finden nun auch Ska- oder Rocksteadysachen ihren Platz.


Miansha/DerDUDE:
Wie kommt es, eurer Meinung nach, dass sich die meisten jungen Bands entweder in Richtung traditional Ska oder Ska-Punk entwickeln?

Masons Arms:
Echt? Tun die das? Bei uns war es mit dem Skapunk so, dass wir einfach schnell gespielte Offbeat-Parts in unsere Songs eingebunden haben, weil die halt ins Tanzbein gehen und das war bzw. ist uns wichtig! Ich denke, dass bei Hobby-Punkbands oft der Gedanke kommt: "Hey! Lass mal so ein Offbeat-Teil machen und mit harten Riffs abwechseln. Und wenn die Band dann live merkt, dass die Offbeat-Parts die Leute zur Bühne ziehen und zum Tanzen bewegen, dann ist es doch klar, dass man diese Schiene weitergeht, wenn einem auch selber der Stil gefällt! …bei uns war das zumindest so!

Miansha/DerDUDE:
Warum hat es der Ska so schwer, sich zu etablieren? Ist Ska zum ewigen Schlummerdasein verdammt?

Masons Arms:
Wie oben erwähnt denke ich, dass das "Schlummerdasein" relativ ist. Ska ist ein Teil der großen Reggaeszene - zumindest nenne ich diese Szene jetzt mal so. Dazu gehören Reggae, Roots, Dancehall, Ska, Rocksteady, etc. Vielleicht kann man mit reiner Skamusik zurzeit nicht so gut Geld verdienen, wie mit Roots Reggae. Trotzdem empfinde ich das nicht als Schlummerdasein.


Schließlich was Allgemeines:


Miansha/DerDUDE:
Letztlich noch ein paar allgemeine Fragen: Welche Band / Ska-CD würdet ihr den Surfern/Ska-People besonders ans Herz legen wollen? (Mal abgesehen von euren eigenen ;-)

Masons Arms:
Ich höre die letzte Eastern Standard Time-Platte (Tempus Fugit) immer noch sehr gerne, und live sind vor allem das New York Ska Jazz Ensemble und die Slackers immer wieder eine Wucht. Wenn ihr was mit Skapunk anfangen könnt hört euch auch mal was von unseren Labelkollegen D-Fame an!

Miansha/DerDUDE:
Wen würdet ihr als den "Godfather of Ska" bezeichnen?

Masons Arms:
Für Deutschland und Europa auf jedenfall Ossi von Moskito bzw. Grover, wenn man der eigentlichen Wortbedeutung folgt. Ohne ihn wäre die deutsche Skaszene auf jeden Fall um einiges ärmer.

Miansha/DerDUDE:
Welche SKA-Page würdet ihr den Surfern im Netz besonders empfehlen? Welche Favoriten habt ihr?

Masons Arms:
Auf www.grover.de findet man immer eine Vielzahl von Tourdaten, sonst schaue ich meist auf den jeweiligen Homepages meiner Lieblingsbands vorbei.

Miansha/DerDUDE:
Was steht an nächsten Projekten/ Konzerten an? Wird es eine neue CD geben? Wann kommt sie raus und was wird auf uns zukommen?

Masons Arms:
Momentan sind wir erstmal damit beschäftigt, zusammen mit unserer neuen Saxophonistin Svenja die Bläserparts aller Songs zu überarbeiten und zu verbessern und auch unsere Liveshow zu verbessern. Auch suchen wir immer noch nach einem neuen Blechbläser oder einer Blechbläserin (Trompete oder noch besser Posaune), um unsere Ex-Trompeterin Nicole zu ersetzen, die uns nach den Aufnahmen zum Album aus Job- und Zeitgründen verlassen hat. Natürlich schreiben wir auch immer an neuen Songs, ein paar sind schon fest ins Live-Set integriert, aber vor Mitte 2006 werden wir wahrscheinlich nichts Neues (bis auf eventuelle Samplerbeiträge) veröffentlichen. Aber nicht zu pessimistisch sein, schließlich weiß man ja nie…

Miansha/DerDUDE:
Platz für eigene Kommentare, Anmerkungen von euch!!!...

Masons Arms:
Immer offen für Neues sein, gerade auch musikalisch! Sich auf einen einzigen Stil oder eine Szene zu beschränken engt die eigene Wahrnehmung unnötig ein und verwehrt einem viele neue Anregungen und Ideen!

KEEP THE FIRE BURNING !

Miansha/DerDUDE:
Wir danken euch für dieses informative Interview!


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